Mittwoch, November 15, 2006

Wer bin ich - Teil III

Hmmm, ich dachte mir, nachdem ich Euch etwas weiter unten eher an meiner Biografie teilhaben ließ, sollte ich vielleicht doch noch einen persönlicheren Nachschlag liefern und hier ist er ...


Meine Selbstbeschreibung:

Ich bin
  • der Drachen, dessen Stimme Ihr drei Häuserblocks weiter hört, wenn Ihr ihn erzürnt ;-)
  • einer der letzten echten 60er-Jahre-Hippies (Es lebe flower power und "give peace a chance"!) Yeah *grunz* :-)
  • eigentlich faul und langweilig
  • mittelgroß, mittelbreit, mittelschwer, vieräugig, langhaarig, ungewaschen, mit Hühneraugen gesegnet *Kopf kratz*
  • kratzbürstig, unwirsch, mufflig, gereizt, unausgeglichen
  • momentan zu dick angezogen und doch kurz vor dem Erfrierungstod.


Ich mag:
  • den Neuschnee, der im Schein der Bahnsteiglaterne golden und silbern schimmert - einem dichtgewebten Spinnennetz gleich, in dessen Fäden Diamanten schweben
  • die dicke (wirklich sehr dicke) Spinne, welche abends ihr Versteck verläßt, um Insekten von unserer Eingangstür fernzuhalten (leider versteckt sie sich im Winter immer *fg*
  • Schmetterlinge, die immer so ziellos in ihrem bunten Auf und Ab und Hin und Her wirken und scheinbar alle Zeit der Welt haben
  • das zarte Veilchen auf der Wiese, das unter dem Schuh meines Hintermannes verschwindet
  • den Geruch des wilden Meeres, des Gewitterschauers am Nachmittag oder Abend eines sehr heißen Sommertages, frisch gemähten Rasens, aber auch des Benzins an einer Tankstelle
  • farbenprächtige Sonnenauf- und -untergänge
  • sternenklare Nächte
  • das Lächeln der Menschen
  • echte Freude
  • natürliche Naivität
  • einer Mutti mit Kinderwagen in die Straßenbahn zu helfen
  • den mit Kreide bemalten Fußweg vor Nachbars Haus
  • meine lieben Freunde, die auch für mich da sind, wenn es mir nicht gut geht
  • mit netten Leuten bei passenden Gelegenheiten stundenlang über Gott und die Welt sinnieren
  • das Gefühl, eine Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen, am besten jedoch 120prozentig, erfüllt zu haben oder über sich hinausgewachsen zu sein
  • die Dusche nach hartem Sporttraining und danach dieses Gefühl des Neugeborenseins
  • Weisheiten und Gedichte
  • Konzerte, Theater, Kino
  • die Fresken, Steinmetzarbeiten, Statuen sowie Säulen an alten Gemäuern
  • fremde Sprachen und Kulturen
  • Zug fahren
  • Tagträumen.


Ich mag nicht:

  • Krieg, Krankheit, Elend, Not
  • den Umgang des Menschen mit der Natur (Umwelt)
  • Alkohol und Drogen, Rauchen
  • Angebertum, Arroganz, Aufdringlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Bequemlichkeit, Besserwissertum, engstirnige Diskussionen, Doppelzüngigkeit, Egoismus, übertriebene Eitelkeit, Falschheit, Faulheit, Feigheit, Gewalt, Hass, Intoleranz, Lügen, das Gefühl von Machtlosigkeit, Mobbing, Neid, Rücksichtslosigkeit, Schleimer- und Kriechertum, Schmarotzer- und Parasitentum, Unehrlichkeit, Unentschlossenheit, Unmut, Untreue, Unvernunft, unbändige Wut oder Zorn
  • Betrunkene
  • Menschen, die sich über andere stellen
  • drückende Einsamkeit
  • das Töten von literarischen Texten durch Zer-Interpretieren
  • so viel Arbeit zu haben, daß das Ende des Schreibtisches nicht mehr ertastbar ist und man sich selbst verliert, weil man keine Zeit mehr findet, auszubrechen und sich selbst klar zu machen, wer man eigentlich ist und was man eigentlich will
  • das Übersehen der schönen Dinge im Leben, die zumeist aber aus Kleinigkeiten bestehen
  • Remakes, die schlechter als das Original sind
  • bei 35°C im Schatten auf irgendwelchen Hörsaal-Klappstühlen aus purem Holz festzukleben
  • veraltete, mittlerweile revidierte oder überarbeitete Studien oder Aufsätze, die Professoren aber zur Pflichtlektüre erklären
  • die Erkenntnis, mal wieder das eigene Zimmer aufräumen zu müssen
  • Bahnsteige, die an gewissen Tagen vom McDonald-Müll überquellen, weil die Leute diesen nicht dort lassen können, wo sie ihn bekommen haben
  • Graffitty-Sprayer, die ihre Kunst über alles stellen und dabei nicht bemerken, wieviel sie eigentlich zerstören (wobei sich gute Kunst ja dadurch auszeichnet, daß sie sich nicht aufdrängt).


Was ich an mir hasse:
  • Unentschlossenheit
  • Angst oder Furcht, Feigheit
  • falschen Stolz
  • Selbstrechtfertigung
  • manchmal mangelndes Einfühlvermögen
  • Rast- und Ruhelosigkeit wegen Zeitdruck
  • Konservativismus und damit verbunden kleinbürgerliches Denken
  • bedingte Kritikfähigkeit (sich kritisieren zu lassen)
  • meine eigene Unpünktlichkeit (nicht immer, aber doch oft genug)
  • die Gabe, sich zuviel aufzuhalsen (nicht NEIN sagen zu können)
  • oft genug das zu tun, was ich eigentlich NICHT will
  • momentan meine innere Unruhe und damit verbunden der Verlust der Gabe des Zuhörens
  • manchmal Gefühle nicht annehmen oder ausdrücken zu können
  • Sprachlosigkeit
  • die Hauslatschen an meinen Füßen, die ich auf der Treppe jedesmal fast verliere und in denen ich mir noch das Genick brechen werde.


Das törnt mich an:

Männer mit
  • Hirn
  • Herz
  • Charme
  • Sinn für Humor
  • Einfühlvermögen
  • Kreativität und
  • Spontanität.


Das törnt mich ab:
  • Zahnbelag
  • Mundgeruch
  • Achselschweiß
  • Käsefüße
  • schwarze Fingernägel
  • angekaute Fingernägel
  • Machogehabe
  • Alltagsanmachen
  • Unpünktlichkeit
  • Unehrlichkeit
  • Großkotzigkeit
  • Aufdringlichkeit.

So, den Hobby-Kwickies dürfte das bekannt vorgekommen sein. Alt, aber immer noch aktuell... und so schön poetisch *lach*. Den Punkt Was ich an mir liebe habe ich mal weggelassen. Das fand ich dann doch ein wenig zu narzistisch. Ebenfalls erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass ich die Anglizismen "an-" und "abtörnen" einfach furchtbar finde, in Ermangelung eines treffenden deutschen Wortes aber zähneknirschend übernommen habe. Um Verbesserungsvorschläge wird ausdrücklich gebeten ;-).

nanna

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

bei der rubrik "ich bin" finden sich doch bestimmt noch mehr positive eigenschaften ... oder?

z.B. dass du gerne lachst, gerne albern und lustig bist ....

nanna hat gesagt…

Danke für den ersten Kommentar in meinem Blog. Dass er von Dir kommt, freut mich umso mehr *knuddel*.

Ich denke, wenn ich mir (und Ihr Euch) mehr Mühe geben würde(t), ließen sich noch viele Eigenschaften sowohl positiver als auch negativer Art ergänzen. Aber der Beitrag war schon lang genug und es soll ja auch Dinge geben, die jeder für sich herausfinden muss, wenn er mich weiter kennenlernt...

nanna