Mein virtuelles Tagebuch stellt ein Instrument dar, um mit meinen Gedanken in gewisser Weise an die Öffentlichkeit zu gehen. Zunächst dachte ich dabei an eine eher eingeschränkte Öffentlichkeit. Ich wollte meine Erlebnisse und Reflexionen mit Freunden und Wegbegleitern teilen. Weil ich über die herkömmlichen Wege ein gelinde ausgedrückt miserabler Kontakthalter bin, hielt ich diese Art von Kommunikation für das geeignetste Mittel, interessierte Personen auf dem Laufenden zu halten. Blogs sind unverfänglich, zeit- und ortsungebunden. Auf diese Weise ist es mir möglich, Informationen einzustellen, wann und wo ich möchte. Die daran Interessierten können sie ebenfalls abrufen und kommentieren, wann und wo sie wollen. Dazu sind weder eine spezielle Software noch bestimmte Zugangsdaten Voraussetzung.
Als ich meinen Blog kreierte, musste ich mich entscheiden, wie öffentlich ich ihn nun tatsächlich machen wollte. Ich entschloss mich, keine Einschränkungen vorzunehmen, weil das Netz einen öffentlichen Platz darstellt, um Meinungen und Informationen auszutauschen. Vielleicht braucht oder sucht zufällig jemand die Information, die ich bieten kann, ohne dass ich denjenigen kenne. Also wollte ich niemanden ausschließen. Ich wollte mir zudem die Möglichkeit offen halten, interessante Leute kennen zu lernen und über den Blog neue Freundschaften zu knüpfen. Schließlich ist die Welt im Zeitalter der Kommunikationstechnologien zu einem globalen Dorf zusammengeschrumpft. Trotzdem bin ich nicht wirklich davon ausgegangen, dass viele Leute mein virtuelles Tagebuch lesen würden. Dass darunter auch noch Menschen sein könnten, die ich nicht persönlich kenne, habe ich mir zunächst gar nicht vorgestellt. Nur eine Handvoll Freunde kannte meinen Blog.
Plötzlich und nach so kurzer Zeit ändert sich alles. Verlinkungen erweitern den Bekanntheitsgrad und ich habe nicht einmal mehr eine vage Vorstellung davon, wie viele Leute meine Beiträge tatsächlich lesen … und vor allem, wer das ist. Auf der einen Seite macht es mich glücklich zu sehen, dass ein gewisses Interesse besteht, auf der anderen Seite beunruhigt es mich, die Kontrolle zu verlieren.
Ziel war von Anfang an, einen Austausch über die Kommentarfunktion zu erreichen oder vielleicht sogar Diskussionen anzuregen. Nachdem dies besser funktioniert, als ich es mir vorstellen konnte, stellen sich mir ganz merkwürdige Fragen:
Welche Funktionen hat ein Kommentar tatsächlich?
Darf ich ihn wieder kommentieren und wenn ja wie oft?
Betrachtet man den Kommentar als reine Feedback- nicht aber Diskussionsfunktion, wäre ein Gegenkommentar unangebracht. Eine der Regeln des Feedbacks ist ja, es „schweigend“ anzunehmen. Aber in den Kommentaren zu meinen Beiträgen ergeben sich neue Thematiken und Gesichtspunkte. Ich sehe Diskussionspotenzial in ihnen, das ich nicht ungenutzt im Raum stehen lassen möchte. Und es schleichen sich auch mal Fehler oder Irrtümer ein, übrigens auf beiden Seiten, also auch in meinen Beiträgen, die ich gern erkannt und berichtigt wissen möchte. Schließlich will ich mich austauschen und weiterbilden und erhoffe dasselbe vom geneigten Leser.
Deshalb folgender offizieller Beschluss:
Kommentare dürfen kommentiert werden!
Ich werde das wie folgt handhaben: Ihr als Leser kommentiert weiterhin wie gehabt, gern auch bereits existente Kommentare. Dabei solltet Ihr aber einen klaren Bezug zu dem Text schaffen, auf den Ihr Euch bezieht. Sollten Eure Ergüsse sehr umfangreich sein, bitte ich Euch, mich persönlich zu kontaktieren, dann werde ich mir etwas einfallen lassen. Sehe ich persönlich Diskussionsbedarf, greife ich die Thematik in einem neuen Beitrag auf, so dass ein konkreter „Thread“ entstehen kann. Schreibt jemand häufig und viel, kann ich ihm vielleicht sogar spezielle Schreiberechte einräumen.
Also: Haut in die Tasten!!!
nanna
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