Donnerstag, Dezember 14, 2006

Nachtrag: Eine verrückte Unternehmung

Am gestrigen Abend bekam ich einen Anruf mit einer ernsten persönlichen Kritik. Diese bezog sich auf eine Formulierung, die ich nach Ansicht des Kritikers unbedacht gewählt hatte. Er meinte, er hätte mir einen anonymen Kommentar mit den Worten „Du bist doof“ geschrieben, wenn ich anonyme Kommentare nicht ab sofort unterbinden würde. Da ich für die Meinungsfreiheit bin, zitiere ich ihn an dieser Stelle und bemühe mich nachfolgend um Richtigstellung.

Es geht um den Beitrag „Eine verrückte Unternehmung“ vom gestrigen Tag. Im vorletzten Absatz erwähnte ich, dass ich auf dem Rückweg mit dem Zug einen Zwischenstopp in Mannheim machte, „um einen lieben Freund zu besuchen“. Dieser Freund beschwerte sich nun bei mir und bat um Korrektur der Wortwahl. Er meinte, das Adjektiv „lieb“ bezöge sich auf seine Person, ließe sie aber in einem falschen Licht erscheinen, da er nicht lieb sei. Ich sehe das nicht so, gestehe aber ehrlich, dass ich in diesem Fall an der deutschen Sprache scheitere. „Lieb“ ist hier als eine Bewertung meinerseits zu verstehen und soll die Wertschätzung ausdrücken, die ich der Person entgegenbringe. Korrekterweise hätte es vielleicht geheißen „einen mir lieben Freund“ oder vielleicht sogar „einen von mir geliebten Freund“.

Beide Formulierungen sind zutreffend, können aber jeweils nur einen Teil dessen ausdrücken, was ich für den Menschen empfinde, um den es geht. Weil ich ihn in gewisser Weise schützen wollte, habe ich eine eindeutige Wortwahl vermieden. Nun ist mir klar geworden, dass ihm diese Eindeutigkeit wichtig ist und ihn alles andere verletzt. Er ist der Mann, der erst vor kurzem die Tür von Virtualität zu Realität öffnete und meinen Alltag gehörig auf den Kopf stellt. Der Mann ohne (Kose)Namen, weil er mehr verdient als ein Allerwelts-Schatzi, -Hasi oder -Bärchen. Der Mann, an den ich denken muss, wenn er nicht bei mir ist, den ich vermisse, wenn ich ihn nicht höre oder sehe, in dessen Nähe ich jeden Atemzug genieße und zu dem ich mich in meinen einsamen Stunden sehne. Der Mann, mit dem ich mehr Zeit verbringen möchte, den ich gern besser kennen lernen würde, der den Schlüssel zu meinem Herzen in den Händen hält und vielleicht eines Tages in meiner Seele gehen wird. Er ist der Sonnenstrahl, der mich in der Kälte wärmt, die sanfte Brise, die mich in der Hitze kühlt, das Wasser, das meine Lippen benetzt, wenn mich dürstet, die Berührung, nach der sich mein Körper sehnt, die Herausforderung, die mein Geist liebt, mein Morgenrot, mein Regenbogen und meine Abenddämmerung.

Amore mio, Du bist nicht der „Tau am Morgen“ ;-) … sondern das Lächeln, das mich den ganzen Tag begleitet und die Schulter, an der ich so gerne lehne. Du bist der Partner, den ich mir wünsche. Kannst Du mir nun verzeihen?

nanna

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Liebste nanna,

nein, ich verzeihe Dir nicht. Das liegt nicht daran, dass ich ein sturer und sehr nachtragender Mensch bin, was angeblich an meinem Sternzeichen liegt, sondern viel mehr an der Tatsache, dass es nichts gibt, weswegen Du Dich entschuldigen müsstest.

Ich bin weniger der Mann für große Worte als viel mehr derjenigen, der Taten sprechen lässt.