In diesem Jahr hatte ich das besondere Vergnügen, über das Internet gleich drei Personen kennenzulernen, die mir sehr viel bedeuten. Technik macht scheinbar Unmögliches möglich. Alle drei würde ich gern als meine Freunde bezeichnen, von allen dreien lerne ich und mit allen dreien verbringe ich viel Zeit. Nur, dass sie sich noch nicht persönlich kennen, wobei sich so etwas durchaus sehr schnell ändern kann ;-). Aber alle drei sind auch in gewisser Weise verschieden, was sie jeden für sich so besonders und wertvoll macht. Der eine ist eher so etwas wie mein „Vater“, der andere mein „Bruder“ und der dritte der Mann an meiner Seite. Aber die Begriffe treffen es nicht wirklich. Es gibt Dinge, die sich schwer in Worte pressen lassen…
Jedenfalls hatte ich nun schon zwei der drei wirklich persönlich kennengelernt und nutzte die Chance, auch den dritten im wirklichen Leben zu treffen. Ich bin so froh, dass es noch im alten Jahr geklappt hat. Zu viele schöne Überraschungen hielt es schon für mich bereit, aber diese machte alles rund und perfekt. Dazu gehörte – wie könnte es auch anders sein – mal wieder ein Karate-Training. Ich hatte die Möglichkeit, meine Techniken endlich auch von dem letzten beurteilen zu lassen, dessen Feedback mir besonders am Herzen liegt. Das Training war richtig hart, aber auch verdammt gut. Es gab unter anderem eine sehr gute Übung zum Einsatz der Hüfte beim Oi-Zuki und noch etliches mehr. Dann wurden meine „Heian Godan“ und „Heian Yondan“ begutachtet. Am Schluss kam letztendlich das gefürchtete Kumite. Ich durfte aber mit einem Senpai (Timo, arigato gozaimashita *verneig*) trainieren, der mir meine Furcht zu nehmen wusste und hilfreiche Tipps gab.
Trotzdem war ich froh, dass kein Shinai in Reichweite war :-). Umso mehr überraschte mich das zunächst positive (ich hoffe das negative folgt noch bei passender Gelegenheit) Feedback. Darunter war eine Aussage, die ich als das größte Lob empfand, das ich jemals hinsichtlich meines Karate bekommen habe. Ich habe es mir angenommen und beginne, „höher zu stapeln“. Die Zeit ohne Karate und der Neubeginn haben mich so verunsichert, dass ich zu lange nicht wusste, wo ich stehe, wo ich hingehöre und wo ich hinwill. Zwei dieser Dinge weiß ich nun wieder, und das verdanke ich hauptsächlich meinen drei Internet-Männern. Hmmm… so langsam glaube ich wirklich, dass ich gar nicht sooo schlecht bin ;-). Das ist ein noch etwas vages, aber schönes Gefühl, mit dem ich mich noch besser anfreunden muss. Definitiv werde ich mich aber nicht darauf ausruhen…
Meine drei speziellen Lieben, ich bin glücklich, dass ich Euch kennenlernen durfte. Karate ist plötzlich so... hm... bunt und lebendig geworden. Mir machen Dinge Spaß, zu denen man mich früher hätte prügeln müssen und es gibt sooo viel zu tun… Aber es ist nicht nur das Karate, ich mag auch Euch „einfach so“. Das darf ich jetzt sagen, weil das alte Jahr fast vorbei ist und man da immer sentimental wird. Ich freue mich aufs neue Jahr und bin gespannt, was mich in diesem noch alles erwartet. Ich war lange Zeit nicht mehr so zufrieden und „satt“. So viel Wissen für mich Neugierige und endlich das Gefühl, irgendwo (so halbwegs) hinzugehören und „angekommen“ zu sein. Domo arigato gozaimashita *verneig* und etikettenwidrig *umarm und knutsch* ;-). Danke dafür, dass Ihr so seid, wie Ihr eben seid.
nanna
Sonntag, Dezember 31, 2006
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