Samstag, Mai 31, 2008

Das kleine Glück im Margaritenbusch - Die Entdeckung

Abend des 29. Mai 2008. In Thüringen läu…
„Mutti, Mutti, ich habe mich ja eben sooo erschreckt. Du glaubst ja gar nicht, was passiert ist…“ Eine besorgte Stimme: „Nun bleib erstmal ruhig. WAS ist denn passiert? Du machst mir ja Angst…“
„Ich wollte gerade meinen Balkon gießen…“
„Wie, Deine Pflanzen leben noch?“ Die Ironie ist nicht zu überhören.
„Ja! Und plötzlich wackelte etwas im stinkenden Margaritenbusch!“
„Ja?“
„Da saß eine Amsel drin und war genauso erschrocken wie ich! Die machte noch größere Augen als ich, glaube ich jedenfalls.“
„Und ist weggeflogen…?“
„Aber NEIN doch!!! Ich glaube, die brütet da! Und ich weiß jetzt gar nicht, wie ich meine Blumen gießen soll, aber ich MUSS doch gießen, sonst gehen die ein… und ich will doch Tomaten ernten!“
„Hmmm.“ Eine überlegende Pause: „Also ich an Deiner Stelle würde die Amsel jetzt mal in Ruhe lassen. Sie weiß nun, dass Du da bist und muss das erst einmal in ihrem kleinen Köpfchen verarbeiten. Wenn Du gleich wieder hingehst, erschreckst Du sie vielleicht zu Tode…“
„… aber ich MUSS doch GIEßEN!!!“
„Na, das kannst Du doch auch noch in einer Stunde!“
Grübelndes Schweigen: „Ja, das stimmt eigentlich…“
„Weißt Du eigentlich, dass die Rotschwänzchen in unserem Efeu ihren Kleinen schon großgezogen haben? Ich beobachte sie jetzt immer bei ihren Flugübungen über unsrer Wiese. Wie gut, dass der Kater auf seine alten Tage so faul geworden ist und kaum noch rausgeht…“ Kichern in Thüringen.
Nachdenklichkeit hingegen in München: „Aber jetzt muss ich um die Amsel herum gießen…“
„Hast Du Deinen Fotoapparat da? Dann könntest Du Bilder machen und mir schicken.“
„Du hast Recht. Ich glaube, es wird endlich Zeit für eine Digitalkamera…“

nanna

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