Samstag, Mai 31, 2008

Das kleine Glück im Margaritenbusch - Vorgeschichte

Irgendwann Anfang April klingelt das Telefon in einem kleinen Thüringer Ort. Driiing! Driiiiiiiiiiiiinnnng…
„Ja, hallo, meine liebe Tochter. Ich habe ja schon eine Weile nichts mehr von Dir gehört.“
„Hallo Mutti, ich muss Dir unbedingt erzählen, dass ich mir für meinen Balkon zwei Blumenkästen gekauft habe. Weil ich keine Ahnung hatte, wie man die anbringen kann, musste ich mich erstmal beraten lassen. Zum Glück habe ich dieses Mal einen Baumarkt erwischt, in dem die Mitarbeiter wirklich kompetent und sehr freundlich waren. Aber hast Du eine Ahnung, wie schwer 30 Liter Blumenerde sind? Meine Arme schleifen auf dem Boden…“

Drei Wochen später, klingelt das Telefon wieder: dring, driiingdriiiiing.
„Na, Töchterchen, wie geht es Dir? Hast Du Dich in München nun schon richtig eingelebt?“
„Najaaa, es gefällt mir, die Wohnung ist schön, die Arbeit macht Spaß, aber manchmal habe ich schon ein wenig Heimweh… Heute gab es wieder Blumen im Supermarkt und dieses Mal konnte ich nicht vorbeigehen. Jetzt haben wir Ende April und ich glaube, ich habe lange genug gewartet, dass es in den Nächten nicht mehr frostig ist. Ich habe einen Margaritenbusch gekauft, einen kleinen Buchsbaum, eine violett blühende Pflanze und eine Blume mit ganz kuscheligen Blättern.“ Eine kurze Denkpause.
„Und nun stehen sie in Deiner Wohnung rum“?
„Nein, ich habe sie gleich eingepflanzt, aber die violett blühende Pflanze lässt die Fittiche ein wenig hängen. Von dem Kuschelkraut weiß ich gar nicht, ob es überhaupt blüht… Du solltest meine Arme mal sehen! Ich musste es zum Umtopfen ja anfassen und habe offenbar allergisch darauf reagiert. Nun sind meine Unterarme ganz rot und jucken und brennen!“
„Dann solltest Du jetzt aufhören, mit mir zu telefonieren, und sie mal gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Vielleicht hilft das ja. Für die Zukunft weißt Du dann, dass man mit kuscheligen Pflanzen nicht unbedingt kuscheln soll…“
„Aber ich muss Dir noch erzählen, dass die Margarite stinkt. Ich habe die Blumen heute in der Mittagspause gekauft und bis zum Feierabend im Büro stehen lassen. Jeder, der vorbeiging schnüffelte…“ Ein kleines Kichern: „Ich finde, die stinkt voll nach Katzenpisse… Wie ärgerlich, ich dachte, Blumen riechen immer gut… Na dann bis später!“

Eine weitere Woche später ein erneutes Telefongeläute in Thüringen:
„Mutti? Ich habe heute noch ein paar Kräuter dazugekauft. Für meinen Balkon, Du weißt schon… Ich wollte doch unbedingt eine Tomatenpflanze haben, aber Du hattest Deine eigene Zucht ja schon ausgesetzt. Außerdem will ICH ja die Tomaten ernten und nicht mein Nachbar über mir…“ Lautes Lachen: „Meine Arbeitskollegin glaubt nicht, dass unsere Tomaten drei Meter hoch werden und wir sie angepfählen, damit sie nicht umknicken. Ich habe ihr die Story vom letzten Jahr erzählt, als sich die Nachbarn bei Euch wunderten, was Ihr mit den „Holzantennen“ im Garten wolltet… Also habe ich gerade eine kleine Tomatenpflanze, ein Basilikum und einen Petersilienstock gekauft und setze sie nun noch mit in den leeren Platz in meinen Balkonkästen. Mal sehen, ob die Tomate was wird. Maxi meinte ja, er kauft im nächsten Jahr 50 Pflanzen, wenn wir von dem Mickerling einen ein Kilo abnehmen. Das würde sich dann ja richtig lohnen, wenn er die Ernte verkauft. Ich habe ihn dann vorsichtig darauf hingewiesen, dass unser Balkon keine 50 Pflanzen fasst und er diese auch betreuen müsse, damit sie erstmal tragen. Damit war das Thema dann erledigt. Die Tomate werde ich zwischen die Blümchen quetschen. Mal sehen, ob das was wird! Aber so kann sie mit ihren 15 Mini-Zentimetern erstmal nicht umfallen...“

nanna

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